Biathlon-Legende offenbart kuriose Kletteraktion von Laura Dahlmeier
Die Trauer um Laura Dahlmeier bleibt bestehen. Eine französische Biathlon-Legende denkt an gemeinsame Weltcup-Zeiten zurück und schildert eine lustige Anekdote.
Garmisch – Gut eine Woche ist seit dem tödlichen Bergunfall von Laura Dahlmeier vergangen. Weltweit trauern die Menschen um die Ausnahme-Athletin, darunter sind auch frühere Konkurrentinnen. Eine Biathlon-Legende aus Frankreich erzählt jetzt von einer kuriosen Kletteraktion abseits des Weltcups, die sie gemeinsam mit Dahlmeier erlebt hat.
Die verstorbene Laura Dahlmeier wird von einer ehemaligen Konkurrentin gehuldigt. © IMAGO/Steffen Proessdorf
Marie Dorin-Habert beendete 2018 ihre Karriere, zuvor hatte sie sich mit Dahlmeier ein ums andere Mal duelliert. Die heute 39-Jährige hat sich im Interview mit dem Nordic Magazin zum Tod ihrer ehemaligen Biathlon-Kollegin geäußert und zeigt sich geschockt von den Ereignissen, die sie medial verfolgt hat.
Biathlon-Legenden unter sich: Dorin-Habert verbrachte viel Zeit mit Laura Dahlmeier
„Laura war jemand, mit dem ich wunderbare Jahre geteilt habe. Sie war eine großartige Wettkämpferin, die viel besser als ich war. Ich behalte das Bild von einer Athletin im Kopf, die gerne mit ihren Gegnerinnen gespielt hat – auf gute Weise“, so die fünfmalige Weltmeisterin. War Dahlmeier denn die beste Athletin, die jemals auf den Weltcup-Strecken unterwegs war?
Für Dorin-Habert gehört die verstorbene Bergsteigerin definitiv in die Riege der ganz Großen. Sie versucht zu erklären, was Dahlmeier in den Rennen so besonders gemacht hätte. „Ich habe versucht, die Art und Weise zu kopieren, wie sie ihre Rennen gemanagt hat. Sie hatte wirklich eine Rennintelligenz, weil sie abhängig von ihren Gegnerinnen nicht immer das gleiche Tempo gegangen ist.“
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„Manchmal hat sie sich zurückfallen lassen, um dann zurückzukommen. Oder sie hat plötzlich wie eine Kanonenkugel überholt, um zur richtigen Zeit vorne zu sein und sich dann nicht mehr einholen zu lassen.“ Dorin-Habert aber beeindruckte noch viel mehr: die Persönlichkeit von Dahlmeier. Zwischen den Rennen in Hochfilzen, so die Französin, stand bei ihrer Konkurrenten schnell einmal Paragleiten auf dem Programm.
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In Khanty-Mansiysk erlebten die beiden einen besonderen Moment, der Dorin-Habert noch heute im Gedächtnis ist. „Dort gibt es einen Platz, auf dem viele Bronze-Statuen von prähistorischen Tieren stehen. Zwischen den Rennen ist das ein Ort, an den die Athleten gehen, um den Kopf freizubekommen. Ich erinnere mich, dass Laura auf die Statuen geklettert ist. Das war ziemlich witzig.“
Biathlon-Welt trauert um Dahlmeier
Auch dieser Ausflug unterstreicht die Leidenschaft, die Laura Dahlmeier zum Klettern in sich trug. Ihr Sehnsuchtsort, der Laila Peak in Pakistan, wurde am Ende ihre letzte Reise und doch bleibt sie nun dort, wo sie stets am liebsten war. Dorin-Habert spricht abschließend aus, was viele Weggefährten denken: „Wenn es dann jemandem passiert, den wir kennen und mit dem wir besondere Momente geteilt haben, ist es wirklich seltsam.“