TV-Hammer in der ARD: „Erste Mal in 15 Jahren“ – Alexander Bommes fassungslos über historischen Patzer bei „Gefragt – Gejagt“

Es sind Momente wie dieser, die Live-Fernsehen – oder zumindest fast live aufgezeichnete Shows – so unverwechselbar und spannend machen. In der deutschen Fernsehlandschaft gibt es wenige Konstanten, die so verlässlich für Unterhaltung sorgen wie das Vorabend-Quiz „Gefragt – Gejagt“ im Ersten. Seit über einem Jahrzehnt jagt die Elite der deutschen Quiz-Szene, die sogenannten „Jäger“, mutige Kandidatenteams durch einen Parcours aus Allgemeinwissen, Schnelligkeit und Nervenstärke. Doch in der Ausgabe vom Dienstag, dem 18. November, geschah etwas, das selbst den routiniertesten Moderator aus der Fassung brachte. Alexander Bommes, das Gesicht der Sendung und eigentlich für seine Schlagfertigkeit bekannt, musste einen Moment innehalten. Was sich im Studio abspielte, bezeichnete er selbst als absolutes Novum in der langen Geschichte der Show.

Ein Routine-Start mit überraschender Wendung

Die Sendung begann zunächst wie gewohnt. Ein Team aus hoffnungsvollen Kandidaten trat an, um ihr Wissen gegen einen der Superhirne der Nation zu testen. An diesem Abend wartete kein Geringerer als Manuel Hobiger, der „Quizvulkan“, auf seinem Thron. Hobiger ist bekannt für sein breites Wissen, auch wenn er selbst immer wieder kokettiert, dass Bereiche wie „Film und Klatsch“ nicht unbedingt seine Paradedisziplinen seien. Dennoch ist er ein gefürchteter Gegner.

Die Kandidaten kämpften sich tapfer durch die Vorrunden. Es lief gut, sogar sehr gut. Am Ende schafften es drei von ihnen ins große Finale. Das ist eine solide Ausgangsbasis, denn jeder Kopf mehr bedeutet nicht nur mehr Wissen, sondern auch wertvolle Sekunden Vorsprung im finalen Schlagabtausch. Gemeinsam hatten sie eine Summe von 8.000 Euro erspielt, die es nun zu verteidigen galt. Die Stimmung im Studio war konzentriert, die Anspannung greifbar. Doch niemand ahnte, dass die Redaktion im Hintergrund bereits für unfreiwilliges Drama gesorgt hatte.

Das Chaos im Finale: Wenn die Technik und die Fragen streiken

Im Finale müssen die Kandidaten innerhalb von zwei Minuten so viele Fragen wie möglich beantworten, um einen “Vorsprung” zu bauen, den der Jäger anschließend einholen muss. Die Uhr tickte, Alexander Bommes feuerte die Fragen in seinem typischen Stakkato-Stil ab. Die Kandidaten antworteten zügig. Am Ende der zwei Minuten standen stolze 14 richtige Antworten auf der Tafel. Eine respektable Leistung, die den Jäger durchaus unter Druck setzen kann.

Doch aufmerksamen Zuschauern und auch dem Moderator entging nicht, dass es während der Runde holperte. Es gab Unstimmigkeiten, die den Fluss der Sendung störten und für verwirrte Blicke sorgten.

Ein Streitpunkt war eine Frage aus dem Bereich der Physik: Es wurde nach der „kleinsten Einheit des Lichts“ gefragt. Die Kandidaten antworteten blitzschnell mit „Quant“. Die Regie wertete dies jedoch als falsch – die gesuchte Antwort sei „Photon“ gewesen. In der Hektik des Gefechts blieb keine Zeit für Diskussionen, die Uhr lief weiter. Doch das war nicht der einzige Stolperstein, den die Redaktion den Kandidaten unfreiwillig in den Weg gelegt hatte.

Bommes greift ein: „Das hatte ich im Gefühl“

Nachdem der Buzzer ertönte und die Runde der Kandidaten beendet war, schritt Alexander Bommes zur Tat. Es war offensichtlich, dass Klärungsbedarf bestand. Die Atmosphäre war nicht die übliche “Gut gemacht”-Stimmung, sondern von leichter Verwirrung geprägt.

Bommes, der die Sendung nicht nur moderiert, sondern auch das Regelwerk und die Fairness hochhält, unterbrach den gewohnten Ablauf für eine wichtige Korrektur. Es ging um eine Frage zum Sport, genauer gesagt zum 3.000-Meter-Hindernislauf. Hier kam es zu einer bizarren Situation. Während Bommes die Frage noch vorlas, antwortete das Team bereits mit „Graben“. Die korrekte Antwort hätte im Kontext wohl „Wasser“ oder „Wassergraben“ lauten müssen, doch das eigentliche Problem lag tiefer.

Wie sich herausstellte, war die Frage selbst das Problem. Bommes erklärte sichtlich perplex: „Das hatte ich vorhin irgendwie schon im Gefühl, dass eine Frage zu eurem Nachteil schlecht formuliert war, beziehungsweise die Lösung war schon drin.“

Ein Satz, der aufhorchen lässt. Dass eine Lösung bereits in der Fragestellung enthalten ist oder die Formulierung so missverständlich ist, dass sie den Kandidaten direkt benachteiligt, ist ein Fauxpas, der bei den hohen Qualitätsstandards der ARD-Show extrem selten vorkommt.

Ein historisches Novum

Der Moderator legte noch einen drauf und ordnete das Geschehen historisch ein: „Das ist, glaube ich, das erste Mal in 15 Jahren passiert“, resümierte Bommes. Eine Aussage, die das Ausmaß des Patzers unterstreicht. Seit 2012 flimmert die Show über die Bildschirme (zunächst im NDR, dann im Ersten), und in all den tausenden Fragen, die gestellt wurden, scheint ein derartiger Lapsus der Redaktion ein absoluter Ausnahmefall zu sein.

Die Konsequenz war jedoch erfreulich für die Kandidaten: Um die Fairness wiederherzustellen, entschied die Produktion, dem Team einen zusätzlichen Punkt zu gewähren. Dieser Punkt war quasi die Entschädigung für die Verwirrung und die schlecht formulierte Frage, die den Rhythmus des Teams gestört hatte. Statt der angezeigten Punktzahl gingen sie also mit einem Zähler mehr in die Verteidigung.

Gold wert: Der Punkt, der alles entschied

Wie wichtig dieser Eingriff und die Korrektur durch Bommes waren, zeigte sich in der anschließenden Jagd. Manuel Hobiger setzte zur Verfolgung an. Der Jäger, gewohnt präzise und schnell, arbeitete sich Frage um Frage an das Ziel heran. Es entwickelte sich ein echter Krimi.

Doch auch der „Quizvulkan“ ist nicht unfehlbar. Hobiger zeigte kleine Schwächen, besonders in seinen ungeliebten Themenbereichen. Die Sekunden verrannen, und der Vorsprung der Kandidaten schmolz. Doch am Ende reichte es für den Jäger nicht ganz.

Es war ein denkbar knapper Sieg. Die Kandidaten konnten ihre 8.000 Euro verteidigen und den Jäger besiegen. Rückblickend betrachtet war der zusätzlich gewährte Punkt, resultierend aus dem Fehler der Redaktion, absolut „goldwert“, wie es in der Analyse hieß. Ohne diesen Ausgleich hätte das Ergebnis ganz anders aussehen können. Der Patzer der Redaktion, so ärgerlich er im ersten Moment für den professionellen Ablauf war, wurde zum Glücksfall für die drei Kandidaten.

Menschlichkeit im Maschineraum des Fernsehens

Dieser Vorfall bei „Gefragt – Gejagt“ zeigt auf sympathische Weise, dass auch im hochprofessionellen Fernsehen Fehler passieren. Wo Menschen arbeiten – sei es in der Redaktion beim Erstellen der Fragen oder in der Regie beim Bewerten der Antworten – ist Irrtum möglich.

Für Alexander Bommes war es eine Gelegenheit, seine Souveränität zu beweisen. Statt den Fehler zu überspielen, sprach er ihn offen an, korrigierte ihn im Sinne der Fairness und gab dem Publikum einen seltenen Einblick in die Mechanismen der Show. Sein Erstaunen über das „erste Mal in 15 Jahren“ wirkte authentisch und machte den Moment für die Zuschauer zu Hause nahbar.

Am Ende des Tages bleibt ein Happy End für die Kandidaten, die mit 8.000 Euro nach Hause gehen, und eine Anekdote für die Geschichtsbücher von „Gefragt – Gejagt“. Es ist der Beweis, dass selbst in einer Ära der perfekt durchgetakteten Unterhaltungsshows das Unvorhersehbare immer noch seinen Platz hat – und manchmal sogar über Sieg oder Niederlage entscheidet. Man darf gespannt sein, ob die Redaktion nun noch einmal doppelt so genau hinschaut, bevor die nächste Fragerunde eröffnet wird. Aber wie heißt es so schön? Irren ist menschlich, und im Fernsehen manchmal auch ziemlich unterhaltsam.

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