Der Millionen-Horror des Maklerkönigs: Marcel Remus klagt über das „Haifischbecken“ Mallorca und enthüllt schwindelerregende Einkünfte
Ein strahlend blauer Himmel, das sanfte Rauschen des Mittelmeers und Villen, deren Pracht die kühnsten Träume übersteigt – das ist das Bild, das viele mit Mallorca und dem Leben eines Luxusimmobilienmaklers verbinden. Marcel Remus, der unbestrittene König dieses Marktes, hat dieses Image über Jahre hinweg geprägt. Doch hinter der glänzenden Fassade aus Marmor und Infinity-Pools verbirgt sich eine Realität, die er selbst als „Horror“ und „Wahnsinns-Haifischbecken“ beschreibt. In einem unerwartet offenen Einblick in sein Seelenleben und seine Geschäftsbücher offenbart der Makler einen täglichen Überlebenskampf, der in krassem Widerspruch zu den Millionen steht, die auf sein Konto fließen.
„Es ist ein Hauen und Stechen“, gesteht Remus mit einer Dringlichkeit in der Stimme, die man von jemandem, der auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen scheint, nicht erwarten würde. Der Wettbewerb auf der beliebten Baleareninsel sei gnadenlos. Für ein und dasselbe Objekt tummeln sich nicht selten bis zu fünfzig Makler gleichzeitig, jeder darauf aus, den lukrativen Deal für sich zu entscheiden. „Das ist Horror, eine Katastrophe“, fasst er die Situation zusammen. Diese Worte zeichnen das Bild eines Mannes, der trotz seines enormen Erfolgs unter einem Druck steht, den sich Außenstehende kaum vorstellen können. Es ist ein täglicher Kampf an vorderster Front, bei dem Allianzen so schnell zerbrechen, wie sie geschmiedet werden, und jeder Fehler das Ende eines Millionengeschäfts bedeuten kann.
Man könnte meinen, diese Zustände würden an seinen Nerven und seinem wirtschaftlichen Erfolg zehren. Doch die Zahlen, die Marcel Remus im selben Atemzug enthüllt, erzählen eine völlig andere Geschichte – eine Geschichte von schier unglaublichem finanziellem Triumph. Allein im Jahr 2024 verzeichnete sein Unternehmen einen Bruttogewinn von 3,26 Millionen Euro. Rechnet man diese Summe herunter, ergibt sich ein monatliches Einkommen von 271.980 Euro. Eine Zahl, die selbst den erfahrenen Geschäftsmann einen Moment innehalten lässt. „Ich sitze nicht jeden Abend und zähle mein Geld. Aber es ist schon eine crazy Zahl“, gibt er zu. Es ist eine fast surreale Diskrepanz zwischen dem empfundenen Stress des „Haifischbeckens“ und dem überwältigenden Erfolg, den er daraus schöpft.
Seit seinem Start im Immobiliengeschäft hat Remus, der mit gerade einmal 19 Jahren nach Mallorca auswanderte, Immobilien im sagenhaften Gesamtwert von fast einer Milliarde Euro vermittelt. Sein Portfolio ist ein Who’s Who der Superreichen, seine Objekte sind Paläste der Moderne. Doch sein Imperium stützt sich nicht nur auf die Vermittlungsprovisionen. Remus hat klug investiert. Er besitzt mittlerweile vier exklusive Anwesen auf der Insel, die er vermietet. Eine dieser Villen allein spült ihm jährlich die beeindruckende Summe von 320.000 Euro an Mieteinnahmen in die Kasse. Sein Geschäftsmodell ist eine perfekt geölte Maschine, die unaufhörlich Gewinne produziert. Selbst in seinem engsten Kreis spiegelt sich der Erfolg wider: Seine Mutter Silke, seine einzige und treueste Mitarbeiterin, erhielt für ihre Unterstützung im Jahr 2024 ein sechsstelliges Jahresgehalt.
Doch wer nun glaubt, Marcel Remus würde seinen Reichtum in einem exzessiven Lebensstil zur Schau stellen, irrt gewaltig. Hier offenbart sich die vielleicht größte Überraschung in der Geschichte des Maklerkönigs. Trotz Millionen auf dem Konto lebt er nicht in einer seiner prunkvollen Villen, sondern hat sich bewusst für eine bescheidene 69 Quadratmeter große Wohnung entschieden – Meerblick inklusive, versteht sich. Dieser Rückzugsort ist sein Heiligtum, ein Gegenpol zur Welt des Überflusses, in der er sich beruflich bewegt. „Es ist für mich wichtiger, das Geld vernünftig anzulegen und eine gute Rendite zu erzielen“, erklärt er seine Philosophie. Statussymbole wie eine riesige Yacht oder ein sündhaft teurer Sportwagen „nur fürs Ego“ reizen ihn nicht.
Diese Bodenständigkeit, die er im Privaten pflegt, ist tief in seiner Vergangenheit verwurzelt. Bevor er zum Immobilienmogul aufstieg, verdiente er sein Geld als Showreiter bei der berühmten Pferdeshow „Apassionata“. Für ein ganzes Wochenende voller körperlicher Anstrengung und artistischer Höchstleistungen erhielt er damals gerade einmal 200 Euro – eine Summe, die er heute als „Sch…-Summe“ bezeichnet. Diese Erfahrung hat ihn geprägt. Sie hat ihm den Wert von harter Arbeit und die Bedeutung von finanzieller Sicherheit gelehrt. Er weiß, wie es sich anfühlt, für wenig Geld hart zu arbeiten, und vergisst diese Lektion auch angesichts seines heutigen Reichtums nicht.
Sein Leben ist ein faszinierendes Paradoxon: Auf der einen Seite der unbarmherzige Unternehmer, der sich im aggressiven Immobilienmarkt Mallorcas behauptet und Millionen scheffelt. Auf der anderen Seite der geerdete Privatmann, der sein Glück nicht in materiellem Überfluss, sondern in klugen Investitionen und einem bescheidenen Zuhause findet. Diese Dualität macht Marcel Remus zu einer außergewöhnlichen Persönlichkeit in der Welt der Reichen und Schönen. Er ist der lebende Beweis dafür, dass der Weg zum Erfolg oft steinig ist und dass wahrer Luxus vielleicht nicht im Besitz, sondern in der Freiheit liegt, sein Leben nach eigenen Werten zu gestalten – selbst wenn man im Zentrum des Glamours und des „Horrors“ von Mallorca steht. Sein Weg vom jungen Auswanderer zum milliardenschweren Immobilienmakler ist eine Geschichte über Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und die Kunst, sich in einem Meer voller Haie nicht nur treu zu bleiben, sondern auch als Sieger hervorzugehen.